…ist eine gute Beschreibung für die letzten beiden Wochen (und ich glaube, das wird ein langer, langer Blogeintrag - Niko hätte nämlich gerne ein Reisetagebuch, damit man in 10 Jahren noch weiß, was passiert ist ;-)). Aber bevor ich anfange zu erzählen wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr!
Vor zwei Wochen an einem wunderschönen Sonntag, den ich in der Sonne bei Starbucks begann, hatte sich bei mir Besuch angemeldet. Franzi und Niko wollten für zwei Wochen bei mir „einziehen“. Da stand ich dann am Flughafen mit meinem Schild – damit ich sie ja nicht verpasse – und was ist passiert, wir haben uns verpasst (Irgendwie läuft bei mir und dem Abholen von Leuten am Flughafen in letzter Zeit immer was schief – sollte das an mir liegen?!). Gut, dass der Flughafen in Las Vegas nicht so groß ist, Franzi auch Lothars amerikanisches Handy dabei hatte und die zwei auf mich angewiesen waren (hihi) und ich sie somit gefunden habe und einladen konnte. Bevor es zu einer kleinen Streiffahrt über den Strip ging haben wir einen kleinen Abstecher bei mir daheim zum Koffer ausladen haben die beiden haben sich gleich mal mit Kaiser und Sammy angefreundet. Allerdings das Spielen und Toben mit den beiden ist nicht nur Franzi und Niko sondern auch mit in dieser Nacht zum Verhängnis geworden, weil Kaiser beschlossen hatte, er will die ganze Nacht spielen und somit immer jaulend vor unseren Türen stand. D.h. wenig Schlaf für alle!
Der zweite Tag begann ganz harmlos und es konnte sich noch nicht abzeichnen, was der Tag am Ende für eine Wendung nehmen würde. Ein kleiner Abstecher in die Outletmall (damit Niko schicke Schuhe zum Weggehen bekommt), dann ein bisschen in den Red Rock Canyon und dann Unsere naive Annahme war, dass einfach Kühlerflüssigkeit rausgelaufen war und jetzt zu wenig drin ist – war auch gar nicht so schlecht. Naja, das Ende des Lieds war, dass ich bei AAA (das ist der ADAC hier und die Mitgliedschaft hatte ich 10 Tage vorher mit meiner Autoversicherung abgeschlossen) angerufen habe, die kamen und uns in die nächste Autowerkstatt abgeschleppt haben. Dort wurde mir erklärt, dass das Gewinde am Kühler, das den Deckel festhält wohl einen kleinen Sprung hätte, was nichts Schlimmes ist, allerdings musste der ganze Kühler deshalb ausgetauscht werden und das Teil könnten sie erst am nächsten Morgen besorgen. Damit hatte sich das super günstige Auto in ein noch im Budget Auto entwickelt, unsere Abendpläne waren dahin und wir standen 40 km von meiner Haustür weg. Clemens war so lieb und an der Werkstatt abzuholen und heim zu bringen und Yufeng war so nett uns am nächsten Mittag wieder hin zu fahren. Womit wir bei Tag drei wären. Nachdem das Auto wieder fit war (und ich wieder bei ganz guter Laune) ging’s auf in den Red Rock zum Wandern. Für unseren ersten Hike hatten wir uns den Keystone Thrust Trail ausgesucht. Wobei ich hier schon feststellen musste, dass für die beiden einfach gleichgesetzt mit langweilig ist („boring“ ist nach diesen zwei Wochen zu Franzis Lieblingswort geworden) und wir daher noch ein ganzes Stück weiter gelaufen bzw. gestiegen sind. Da für mich, seitdem ich hier bin, Bewegung eher zum Fremdwort wurde, war das schon recht anstrengend – aber man schlägt sich ja tapfer und es sollte sich zeigen, dass zu dem was noch kam, das ganze ein Spaziergang war…
Für abends standen wir zwar auf der Gästeliste eines Clubs, aber nach einem Spaziergang mit den Hunden, Käsespätzle und dam Planen unseres kleinen Roadtrips hat das Sofa doch mehr gezogen als noch mal aufpretzeln und weggehen.
Tag vier und somit Silvester:
Am Vormittag stand Hoover Dam auf dem Programm. Bei strahlendem Sonnenschein (habe ich das schon erwähnt? Das Wetter hier hat sich die letzten zwei Wochen von seiner besten Seite präsentiert) sind wir zu dem Staudamm gefahren, der den Colorado River staut und auch gleichzeitig Grenze zwischen Arizona und Nevada ist (da kann man auch schön über die Zeitgrenze hüpfen, da Arizona +1h zu Nevada ist). Sehr cool ist das Brückenkonstrukt, das sie gerade über den Canyon bauen, um den Hoover Dam zu entlasten – ich hoffe, man kann es auf dem Bild erkennen.
Wieder zurück haben wir langsam unseren Plan für den Abend verfeinert: Um sieben mit dem Auto los zum Buffetessen im Bellagio, dann um zwölf auf den Strip zum Feuerwerk anschauen, dann noch in einen Club oder eine Bar und dann mit dem Taxi heim. Aber wie das mit unseren Plänen so war, es hat nicht ganz so funktioniert. Wir sind schon später losgekommen und dann hatten sie den Strip schon komplett für Autos gesperrt und wir mussten schauen, in welches Hotel wir zum Parken kommen und gleichzeitig nahe am Bellagio sind, damit wir nicht zu lange laufen müssen. Im dritten Parkhaus hatten wir Glück und durften ohne Zimmer in diesem Hotel oder Tickets für irgendwas darin parken. Das Silvesterbuffet im Bellagio war sehr lecker und beinhaltete Hummerschwänze all you can eat und Champagne all you can drink. Naja, da lässt man sich das Glas doch gerne nachschenken.
Als wir nach dem Essen wieder auf dem Strip kamen waren da Unmengen von Menschen und wir mussten uns erstmal durchkämpfen, dass wir wenigstens ein Bier zum Anstoßen um zwölf bekamen. Um zwölf kam dann die ganz große Enttäuschung – es gab kein Feuerwerk (nur ganz am Ende vom Strip ein ganz Kleines) – die Hotels hatten beschlossen dieses Jahr das Feuerwerk ein zu sparen. Super! Wenn ich einmal zu Silvester in Vegas bin! Nach Mitternacht hatten die Hotels erstmal dicht gemacht und es durften nur Leute mit Zimmerschüssel oder Reservierungen rein (das hatten wir an dem Abend doch schon einmal). Wir sind ja geduldige Menschen und ne halbe Stunde später sind wir im Caesars Palace eingelaufen und haben uns es in der Shadow Bar bequem gemacht. Niko hat dort die teuersten Cocktails seines Lebensgekauft (siehe Bild) und Franzi hat „hart erarbeitete“ Cocktails umsonst besorgt (danke – Niko und ich wissen es zu schätzen) und es war dann doch recht früh, als wir raus sind und uns ging es recht gut… Das hat sich dann am nächsten Morgen bzw. Mittag bemerkbar gemacht, mir ging es da nämlich gar nicht mehr gut und unseren Plan, um drei den Mietwagen für unseren Roadtrip zu holen war auch wieder dahin. Um 18Uhr ging es dann mit gepackten Sachen und einer kaputten Moni los nach Utah. Kanab war unser Ziel (im Winter eine verlassene Kleinstadt, die man eher als Dorf bezeichnen würde – ohne Handyempfang), da dort am nächsten Morgen um neun die heiß begehrten Genehmigungen für „the Wave“ vergeben werden. The Wave ist eine Gesteinsformation, die wie der Name schon sagt, wie eine Welle aussieht und dort dürfen täglich nur 20 Personen hin. 10 Karten werden bereits drei Monate im Voraus online verlost und die anderen 10 werden vor Ort verlost. An diesem Freitag wurden die Permits für Samstag, Sonntag uund Montag vergeben und wir haben drei für Sonntag bekommen. Die Dame in dem Office hat schon gemeint, dass die 8 Meilen Feldweg, die zum Parkplatz führen, total verschneit wären und dass doch ein Vierradantrieb angebracht wäre – wir haben uns gedacht, wird schon nicht so schlimm sein…hmmm….
Nachdem wir die Genehmigungen hatten haben wir uns auf den Weg zum Zion National Park gemacht, der ganz in der Nähe von Kanab ist. Dort hieß es auch gleich, dass die Straßen icy wären und doch Vierradantrieb angebracht wäre, aber es ging auch sehr gut nur mit Winterreifen. Das von Niko erklärte Ziel war Angels Landing, mit der anstrengendste Hike im Zion, da über 4 km steil bergauf geht (eine Höhendifferenz von 453m). Naja, wo quält man sich nicht alles für einen schönen Ausblick hoch (und meine Tasche hab ich auch tapfer hochgeschleppt ;-)). Allerdings ich habe die letzten 800m verweigert, da der Weg bis dahin schon verschneit und vereist war und das letzte Stück so rutschig war und ich mir dachte, dass ich gerne noch ein bisschen leben würde… Niko und Franzi sind unbeeindruckt von den Bedingungen weiter und ich hab mich auf einen Felsen in die Sonne gesetzt und gewartet. Was mir die Zeit sehr versüßt hat waren die vielen Leute, die sich an dem Stück, an dem ich gescheitert bin, versucht haben und auch gescheitert sind bzw. die, die wieder zurückkamen und auf allen Vieren oder dem Hintern runterkamen. Somit hatte ich auch meinen Spaß.
Wieder am Auto haben wir überlegt, ob wir am Samstag nochmal im Zion wandern gehen oder dann doch weiterfahren in den Bryce Canyon National Park, der bei Schnee sehr beeindruckend sein soll. Dafür haben wir uns auch entschieden und sind 60 Meilen zur nächsten „Kleinstadt“ gefahren und haben uns dort ein Zimmer gesucht. Nach der größten und fettesten Pizza, die ich je in meinem Leben gegessen habe wollten wir uns die Bilder des Tages anschauen. Allerdings Nikos Kamera war verschwunden. Nachdem wir alles abgesucht hatten, hatte Niko die Vermutung, dass sie ihm beim Aussteigen aus dem Auto aus rausgefallen sein könnte und ist noch mal die Orte abgegangen – Fehlanzeige. Dann gab es nur noch eine Möglichkeit. Wir haben 40 Meilen vorher getankt. Also ab ins Auto 40 Meilen fahren, keine Kamera und wieder zurück. Auf dem Weg zur Tankstelle meinte Franzi noch, ob jemand mal im Müll nachgeschaut hatte (wer schaut schon in den Müll) und tatsächlich, als wir zurückkamen lag die Kamera im Mülleimer. Das bizarre daran ist, dass Niko selbst noch Müll auf die Kamera geschmissen hat…Das Wichtigste war aber, dass die Kamera wieder da war und man konnte Niko richtig ansehen, dass ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen ist.
Tag sieben im Bryce Canyon verlief ohne Probleme. Ich muss sagen, es war echt super schön, zwar hatte es in der Nacht geschneit, es hatte Minusgrade und wir waren auf fast 3000m Höhe, aber den Canyon bei Schnee zu sehen hat für das Wetter entschädigt und wir hatten ja ab Mittag wieder Sonnenschein. Ich glaube auch, dass die Bilder für sich sprechen.
So, jetzt ist die erste Woche rum und irgendwie hab ich schon ziemlich viel geschrieben und langsam beschwert sich mein Magen, dass ich ihn vernachlässige. Daher gibt’s die zweite Woche morgen und da war der erste Tag gleich sehr abenteuerlich…bis morgen!
3 Kommentare:
Ein toller Erlebnisbericht! Ich freue mich schon auf mehr!
Viele Grüße!
Wow. Das klingt nach viel Action. Und das Ende ist wie in diesen ganzen Vorabendserien: Am spannendsten Moment ist die Folge vorbei und es geht erst am nächsten Tag weiter...
Endlich! ;o)
Schalten Sie morgen wieder ein, wenn es heißt "Moni goes Las Vegas"!
Bussi!
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